Trauer ist eine normale emotionale Reaktion auf einen Verlust eines geliebten Menschen, Partner oder geliebten Tieres oder Arbeitsplatz. Ob Trennung, Verlust oder Tod, beides kann uns in ein tiefes Loch stürzen. Gefühle wie Traurigkeit, Schmerz, Verzweiflung, aber auch Wut und Schuldgefühle wechseln sich in den Phasen häufig ab. Wir leiden seelisch und körperlich.
Oft verweigern wir am Anfang die Tatsache, dass wir dem geliebten Menschen, oder das geliebte Tier nie wieder sehen, nicht mehr mit ihm sprechen können, nicht unsere Gedanken mitteilen können. Die Abwesenheit ist so schmerzlich, dass die Verweigerung einfacher zu ertragen ist, als diese intensiven Gefühle.
Wenn wir anfangen den Umstand zu akzeptieren, empfinden wir häufig Wut. Eine Wut gegen Menschen, gegen Umstände, gegen Gegenstände…sie kann sich auf und gegen alles richten. Schuldgefühle, gegen sich selbst, oder die Suche nach einem Schuldigen wechselt sich oft mit Wut ab. Haben wir genug getan um es Abzuwenden? Wer hat etwas dazu beigetragen? Diese starken Emotionen sind ein Versuch der Situation Herr zu werden und Kontrolle zu erlangen, die wir verloren zu haben scheinen.
Mit der Zeit merken wir, dass weder ignorieren noch die Wut uns weiterbringt oder den Verlust ausgleichen kann.
Wir fühlen uns kraftlos und machtlos gegenüber dem Schicksal. Tiefe Traurigkeit ist das Einzige was wir noch fühlen. Depression und Trauer lähmen uns aber auch die Realität hat uns ein bisschen eingeholt.
Wie lange jede Phase dauert ist sehr individuell. Jeder von uns geht mit Situationen anders um und muss seinen eigenen Weg finden. Irgendwann wird der Schmerz und die Trauer weniger, wir haben wieder Momente der Ruhe und selbst wenn die Traurigkeit wieder einsetzt, so ist sie nicht konstant vorhanden. Seele und Körper finden wieder eine Balance.
Gelingt eine der Phasen nicht, kann die Trauer pathologisch werden. Wir kommen aus der Trauer nicht mehr aus eigener Kraft heraus.
Vergiss dich selbst nicht. Wie geht es Dir? Kommst Du mit dem Verlust zurecht? Der unendlich tiefe Schmerz und die Abwesenheit können dazu führen, dass wir den Gefühlen entfliehen wollen. Wir können den Alltag nur schwer bestreiten und er kostet uns unendlich viel Kraft. Ob wir die Wut nicht mehr loswerden oder in einer Depression feststecken, wir isolieren uns unbewusst oder bewusst und auch der Körper kann dann Symptome aufweisen. Denn was wir nicht aussprechen können, drückt das Unterbewusstsein über den Körper aus.
Es ist sehr wichtig die Trauer zuzulassen, ihr Zeit und Raum zu geben.
Auch darüber zu sprechen und sich nicht von Scham leiten zu lassen, ist in jeder Phase der Trauer sehr hilfreich. Es gibt kein festes Zeitlimit für Trauer. Jeder braucht unterschiedlich lange, um einen Verlust zu verarbeiten.
Wenn Trauer aber unerträglich wird oder über längere Zeit lähmend oder von heftiger Wut gekennzeichnet ist, kann professionelle Hilfe sinnvoll und wertvoll sein.
Sich jemanden anzuvertrauen, der uns neutral, verständnisvoll zuhört und wo wir uns nicht zusammenreißen oder verstellen müssen, kann uns den Trauerprozess erleichtern und uns wieder eine neue Blickrichtung geben.