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Zum ArtikelFast jeder hat kennt solche Situationen: Die Hände werden feucht, das Herz klopft schneller, und die Stimme zittert leicht, Harndrang und dumpfer Kopf - wenn wir einen Vortrag vor Menschen halten müssen, auf der Bühne stehen oder auch mit jemandem sprechen, vor dem wir Respekt, in welcher Variante auch immer, haben.
Beides ist kein Makel! Das eine ist ein Charaktermerkmal, das andere beeinflusst unser Leben mehr, als uns lieb ist, und tritt häufig gemeinsam mit anderen Störungen auf.
Laut Forschern der American Psychological Association würden sich 40–50 Prozent der Menschen selbst als schüchtern bezeichnen. Schüchternheit zeigt sich durch ein leichtes Unbehagen in sozialen Situationen: Man spricht nicht sofort an, vermeidet Augenkontakt oder fühlt sich in großen Gruppen unwohl. Man klammert sich an bekannte Gesichter und fürchtet den Moment, allein dazustehen.
Schüchterne Menschen fühlen sich in sozialen Situationen oft unwohl, besonders wenn sie im Mittelpunkt stehen oder neue Menschen kennenlernen. Sie brauchen meist etwas länger, um "warm zu werden", führen aber durchaus erfüllende soziale Beziehungen.
Die soziale Phobie, geht über normale Schüchternheit hinaus. Menschen mit sozialer Phobie erleben intensive Angst in sozialen Situationen, die oft mit körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Schweißausbrüchen, Miktionsstörungen, Zittern oder sogar Panikattacken einhergeht.
Die Grenzen zwischen sozialer Phobie und Schüchternheit sind fließend. Die Frage, ob es sich um starke Schüchternheit oder eine soziale Phobie handelt, ist oft schwer genau zu beantworten. Es gilt: wird das Leben stark eingeschränkt so wird es als soziale Phobie im diagnostischen Sinne klassifiziert. Als Betroffener erlebt man beides als belastend und der Unterschied ist eigentlich auch nicht wichtig.
Vielleicht ist es beruhigend zu wissen, dass es vielen anderen Menschen so geht.
Ich bin mit meiner Angst, meiner Scham und meiner Schuld nicht allein.
Denn wir sind alle Menschen mit individuellen Charaktermerkmalen, Geschichten und Bedürfnissen. Und genau hier gilt es, zu begleiten, zu unterstützen und zuzuhören.
Der Übergang von Schüchternheit zur sozialen Phobie ist wie gesagt fließend, aber es gibt klare Warnsignale.
Sowohl für sehr schüchterne Menschen als auch für Betroffene einer sozialen Phobie gibt es wirksame Unterstützung und Begleitung.
Schüchternheit lässt sich durch Übung und schrittweise Konfrontation und positive Erfahrungen in sozialen Situationen oder auch durch Psychotherapie oft reduzieren.
Wie bei allem gibt es auch hier die zwei Seiten der Medaille…
Schüchternheit ist eine Charaktereigenschaft, die das Leben manchmal herausfordernder, aber auch bereichernder machen kann – schüchterne Menschen sind beispielsweise oft besonders empathisch und sehr gute Zuhörer.
Die soziale Phobie ist hingegen ist eine belastende Störung, die das Leben stark einschränken kann. Hier kann mit einer therapeutischen Unterstützung viele Verbesserungen erreicht werden um ein erfülltes soziales Leben zu führen.
Ob ausgeprägte Schüchternheit oder soziale Phobie – es gibt Wege, mit der Angst umzugehen und mehr Lebensqualität zu gewinnen.
Der erste und sicherlich schwerste Schritt ist zu sehen und verstehen, dass man Unterstützung braucht.
Der Zweite bereit zu sein, diese Unterstützung anzunehmen und Geduld mitzubringen, dies nachhaltig zu verändern.
Hast Du Fragen dazu? Ich freue mich auf Dein Feedback und Kommentar.